Meerschweinchen Haltung – so fühlen sich die Fellnasen wohl

Kaum ein anderer Kleinsäuger erfreut sich als Haustier so grosser Beliebtheit wie das Meerschweinchen. Kinder und Erwachsene sind von dem drolligen Nager gleichermassen begeistert. Allerdings ist die Meerschweinchen Haltung nicht so einfach, wie gemeinhin angenommen. So ist häufig der Käfig viel zu klein oder die Tiere führen ein trauriges Einzeldasein.

 

Brauchen Meerschweinchen Artgenossen?

Meerschweinchen stammen ursprünglich aus den Hochebenen und Buschsteppen Südamerikas. Dort leben sie in Höhlen und Erdbauten in Gruppen von drei bis zehn Tieren. Sie sind sehr sozial und kommunizieren mit ihren Artgenossen über eine Vielzahl unterschiedlicher Laute wie Gurren, Glucksen, Pfeifen oder Quieken.

Keinesfalls solltest du die hochsozialen Lebewesen einzeln halten. Selbst bei noch so liebevoller Pflege kannst du den Artgenossen nicht ersetzen. Auch mit einem Kaninchen kann ein Meerie nicht viel anfangen. Kaninchen kuscheln gern und oft, während Meerschweinchen sich durch die Annäherungsversuche schnell bedrängt fühlen.

Es spricht allerdings nichts dagegen, mehrere Meeries und mehrere Kaninchen in einem Gehege zu halten, so lange dieses ausreichend groß ist und die Tiere sich problemlos aus dem Weg gehen können.

Wie viel Freiheit brauchen Meerschweinchen?

Prinzipiell ist es möglich, die kleinen Südamerikaner im Haus unterzubringen. Ein Problem sind dabei die im Handel angebotenen Käfige, die oftmals viel zu klein für Meerschweinchen sind. Selbst die grössten Käfige mit 80 cm Breite und 160 cm Länge reichen für eine artgerechte Haltung nicht aus.

Grundsätzlich sollte jedem Meerschweinchen mindestens ein Quadratmeter Platz zur Verfügung stehen. Für zwei Tiere benötigst du somit eine Mindestgrundfläche von zwei Quadratmetern, für jedes weitere Tier einen Quadratmeter mehr. Zusätzlich brauchen die bewegungsfreudigen Nager täglich Freilauf.

Die bessere Alternative zur Haltung in der Wohnung ist das Aussengehege. Zum einen haben die Fellnasen dort viel mehr Platz, zum anderen sind sie immer an der frischen Luft. Sofern die Tiere gesund und fit sind, können sie das ganze Jahr über draussen bleiben. Hierzu benötigen sie einen isolierten Stall. Dieser sollte sich an einem vor Wind, Wetter und starker Sonneneinstrahlung geschützten Ort befinden, beispielsweise an einer Hausmauer.

In jedem Fall muss das Freigehege stabil und ausbruchsicher sein. Sichere es unbedingt von oben gut ab, damit keine Beutegreifer wie Füchse, Marder oder Greifvögel eindringen können. Zudem sollte das Gehege über ausreichend schattige Plätze verfügen.

Welche Gehegeausstattung benötigen die Nager?

Ob Innen- oder Aussenhaltung: Zur Standardeinrichtung gehören:

  • Futternapf,
  • Heuraufe,
  • Tränke oder Wassernapf,
  • Häuser (mindestens eins pro Tier) und weitere Unterschlupfmöglichkeiten,
  • Beschäftigungsmöglichkeiten.

Die Häuschen sollten aus Massivholz bestehen und mindestens zwei Ein- bzw. Ausgänge besitzen. Achte darauf, dass alle Öffnungen gross genug sind, damit die Tiere nicht steckenbleiben können. Der Durchmesser runder Fenster sollte mindestens 12 cm betragen.

Als Einstreu empfiehlt sich handelsübliche, staubarme Kleintierstreu. Stroh und Hobelspäne eignen sich weniger, da sie oft stark stauben und die Atemwege der Tiere reizen können. Pelletierte Einstreu ist zwar praktisch, kann aber zu Schmerzen an den Füsschen und zu schwerwiegenden Sohlengeschwüren führen.

Was fressen Meerschweinchen?

Meeries sind reine Pflanzenfresser. Sie benötigen vor allem hochwertiges Heu, abwechslungsreiches Grünfutter wie frische Gräser, Wildkräuter, Zweige und Blattgemüse und sauberes Wasser. Festes Obst und Gemüse solltest du nur als kleine Beilage oder als Leckerli geben. Als Leckerchen eignen sich auch Saaten wie Grassamen, Leinsamen-, Kürbis- oder Sonnenblumenkerne.

Die kleinen Nager reagieren sehr empfindlich auf plötzliche Futterumstellungen. Daher ist es bei der Meerschweinchen Haltung wichtig, unbekanntes Frischfutter langsam einzuführen. Für den Anfang eignen sich Paprika, Fenchel, Karotte, Sellerie, Löwenzahn und Gräser. Kohl solltest du erst füttern, wenn die Tiere ausreichend an Frischfutter gewöhnt sind.