Hund und Kind – so klappt das Zusammenleben

Ein Hund als Haustier ist eine Bereicherung für die ganze Familie. Sind Kinder im Haus, gilt es jedoch, einige wichtige Regeln zu beachten.

 

Kind oder Hund – wer ist der Ranghöhere?

Viele Eltern erwarten von ihrem Hund, dass dieser sich alles vom Kind wegnehmen lässt und akzeptiert, dass der Nachwuchs ihn jederzeit streicheln und mit ihm spielen darf. Zudem soll der Vierbeiner akzeptieren, dass das Kind in der Rangordnung vor ihm steht. Genau hierin liegen die Ursachen für Probleme zwischen Hunden und Kindern.

«Mensch» zu sein, bedeutet nicht automatisch, in der Hierarchie über dem Hund zu stehen. Ein «Alphatier» muss sich seinen Rang erarbeiten. Das heisst nicht, dass es seine Rudelgenossen unterwerfen, unterdrücken oder ihnen physisch überlegen sein muss. Ein guter «Rudelführer» gibt seinem Hund das Gefühl, dass dieser sich immer und überall auf ihn verlassen kann und dass er ihm im Ernstfall verteidigt. Nur wenn das sichergestellt ist, wird sich das Tier unterordnen und «gehorchen». Bei Kindern ist das in aller Regel nicht der Fall.

Die meisten Hunde betrachten Kinder in einem Alter von bis zu 13 Jahren als gleichrangige Wurfgeschwister, mit denen sie prima raufen und spielen können, die ihnen aber nichts zu sagen haben. Für erwachsene Hunde haben Kinder häufig den Status von Welpen, denen sie überlegen sind.

Holst du eine Fellnase zu euch nach Hause, musst du deinem Nachwuchs klar machen, dass der Hund kein Spielzeug ist, sondern Rechte und Bedürfnisse hat. Umgekehrt muss auch der Vierbeiner lernen, dass er auf deine Kinder Rücksicht nehmen muss und sie beispielsweise nicht einfach umrennen darf.

Wichtige Regeln für Kind und Hund

Damit das Zusammenleben von Hund und Kind funktioniert, sollten beide einander respektieren und bestimmte Regeln einhalten. Für das Kind gilt:

  • Rückzugsorte wie das Hundebett sind absolut tabu. Begibt sich das Tier dorthin, weil es seine Ruhe möchte, muss das Kind dies akzeptieren.
  • Auch der Hundenapf ist eine Tabuzone. Ob beim Fressen oder beim Kauknochen Knabbern: Das Kind darf den Hund weder stören noch bedrängen.
  • Die Erziehung des Hundes ist allein die Aufgabe der Eltern. Hat die Fellnase etwas stibitzt, was sie eigentlich nicht haben soll, musst du die Sache selbst regeln.
  • So lange du oder dein Partner dabei sind, darf das Kind gern mit dem Vierbeiner spielen. Verliert der Hund irgendwann die Lust, muss dein Nachwuchs das akzeptieren. Den Hund zu irgendetwas zu zwingen ist ebenso falsch wie ihn zu ärgern oder zu schikanieren, um zu sehen, «wie er darauf reagiert».

Wie das Erziehen des Hundes Sache der erwachsenen Familienmitglieder ist, so ist das Erziehen des Kindes ausschliesslich die Aufgabe der Eltern. Der Vierbeiner darf den menschlichen Nachwuchs weder in seine Schranken weisen noch massregeln. Genauso wenig darf die Fellnase die Kinder anspringen oder gar umwerfen.

Gassi gehen mit dem Hund

Auch wenn dein Kind euren vierbeinigen Hausgenossen problemlos an der Leine halten kann, solltest du es bis zu einem Alter von etwa 13 Jahren nicht alleine mit dem Hund losschicken. Egal wie lieb und gut erzogen Hunde sind, es können immer Situationen auftreten, in denen sie unvorhersehbar reagieren. Jüngere Kinder sind noch nicht fähig diese Situationen richtig einzuschätzen und entsprechend zu handeln.

Das heisst aber nicht, dass dein Nachwuchs die Hundeleine überhaupt nicht anfassen sollte. Wenn ihr zusammen unterwegs seid, kannst du deinem Kind die Leine problemlos in die Hand geben.

4. März 2021 14:16