Hunde chippen lassen – in der Schweiz obligatorisch

Hunde müssen in der Schweiz zwingend schon im Welpenalter gechippt und in einer Datenbank registriert werden. Wie das abläuft, erfährst du hier.

Alle Hunde in der Schweiz müssen fälschungssicher und eindeutig gekennzeichnet und in der Datenbank AMICUS registriert sein. Spätestens im Alter von drei Monaten erhalten Welpen ihren Mikrochip. Die kleinen Fellbündel sind also schon bei AMICUS erfasst, bevor sie ihren Geburtsort verlassen.

Warum ist das Chippen notwendig?

Die Möglichkeit der eindeutigen Identifizierung erleichtert bei entlaufenen, verwahrlosten oder ausgesetzten Hunden sowie bei Beissunfällen und Seuchenepidemien die Erkennung der Tiere und die Suche nach dem Halter. Im Gegensatz zur Tätowierung ist ein Chip ein ganzes Hundeleben lang auslesbar, da er nicht verblasst. Auch kann er nicht verlorengehen wie ein Adressanhänger am Halsband.

In der Schweiz dürfen Mikrochips zur Kennzeichnung von Hunden nur an Veterinäre mit kantonaler Berufsausübungsbewilligung und einem inländischen Praxisstandort abgegeben und ausschliesslich von diesen implantiert werden. Die Vertreiber der kleinen Geräte sind aus Gründen der Rückverfolgbarkeit verpflichtet, die Lieferungen an die Hundedatenbank zu melden. Nach Implantation der Mikrochips muss der Tierarzt den Vierbeiner und den dazugehörigen Code in der Datenbank registrieren.

Erwirbst oder verkaufst du einen Hund, musst du das innerhalb von zehn Tagen der Hundedatenbank melden. Gleiches gilt, wenn du eine Fellnase für länger als drei Monate abgibst oder übernimmst, bei Namens- und Adressänderungen sowie beim Tod des Tieres.

Holst du einen Hund aus dem Ausland in die Schweiz, muss dieser bereits mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein. Innerhalb von zehn Tagen musst du ausserdem einen in der Schweiz ansässigen Tierarzt mit der Erstregistrierung der Chipnummer bei AMICUS beauftragen.

Wie wird der Chip eingesetzt und wie funktioniert er?

Der etwa reisskorngrosse Mikrochip wird mithilfe einer Spezialspritze auf der linken Halsseite deines Vierbeiners injiziert. Dieser Vorgang ist nahezu schmerzfrei und lässt sich mit einer Impfung vergleichen.

Der Microchip enthält einen Zahlencode, der sich mithilfe eines Lesegerätes abrufen lässt. Die Scangeräte findest Du beispielsweise:

  • bei Tierärzten
  • in Tierkliniken
  • in Tierheimen
  • bei Zuchtshows
  • bei Richtern von Hundeprüfungen
  • bei der Polizei 
  • beim Zoll

Der Mikrochip strahlt die Identifikationsnummer nur dann aus, wenn er vom Lesegerät aktiviert wird. Dazu muss dieses bis auf wenige Zentimeter an ihn herangeführt werden. Ein Ablesen aus der Ferne ist nicht möglich.

Welche Nebenwirkungen können durch das Chippen auftreten?

In aller Regel verursacht das Einsetzen des Mikrochips keine Nebenwirkungen. Manchmal ist die Stelle für ein paar Tage gerötet. Danach sind keine Komplikationen mehr zu erwarten.

In einigen Fällen passiert es, dass der Mikrochip nicht an der vorgesehenen Stelle bleibt. Üblicherweise setzt er sich jedoch sehr schnell im Hautgewebe fest und verbleibt dort. Für deinen Hund ist das «Wandern» nicht weiter schlimm. Es stellt eher ein Problem für jene dar, die den Chip auslesen wollen. Wirklich tragisch ist das aber auch nicht. Nötigenfalls wird die Fellnase mit dem Lesegerät komplett abgescannt. Irgendwo taucht der Chip schon auf.

Wie viel kostet ein Mikrochip?

Die Preise variieren von Tierarzt zu Tierarzt. Meist liegen sie zwischen 70 und 90 CHF. Hierin enthalten sind der Chip selber, das Einsetzen sowie das Registrieren bei AMICUS. In der Schweiz geborene Hunde werden bereits vor der Weitergabe durch den Züchter gechippt. Du hast also keine Arbeit damit. Allerdings gehört es zu deinen Pflichten als Hundehalter, die Daten in der Hundedatenbank stets aktuell zu halten.

20. August 2020 17:00