Zecken beim Hund – das solltest du darüber wissen

Alljährlich zwischen März und November ist Zeckensaison. Wir erklären dir, wie du deinen Hund vor den kleinen Plagegeistern schützen kannst.

 

Wie kommt die Zecke auf den Hund?

Würde dein Hund immer brav auf dem Weg laufen, hätten Zecken kaum eine Chance, ihn zu erreichen. Interessant wird es für die Fellnase jedoch erst am Wegesrand, unter Büschen, auf der Wiese oder im Wald. Dort lauern die kleinen Blutsauger auf hohen Grashalmen oder an Zweigen. Streift ein Hund vorbei, krallen sie sich in seinem Fell fest. Anders als beim Menschen suchen die lästigen Schmarotzer bei den Vierbeinern nicht lange nach einer geeigneten Stelle, sondern beissen dort, wo sie sich gerade befinden. Daher findest du sie vor allem am Kopf, im Nacken, an der Brust und auf den Schultern deines Hundes.

Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

Die Parasiten selbst sind für den Hund in den meisten Fällen nicht gefährlich. Der Blutverlust wird allenfalls bei einem massiven Befall zum Problem. Allerdings können Zecken beim Blutsaugen verschiedene Krankheitserreger auf deinen Liebling übertragen. Folgende Krankheiten treten in der Schweiz in Folge von Zeckenbissen am häufigsten in Erscheinung:

  • Borreliose
  • FMSE
  • Babesiose
  • Ehrlichiose

Glücklicherweise zieht nicht jeder Kontakt mit den Erregern eine Erkrankung nach sich. Ein Teil der infizierten Hunde erkrankt jedoch ernsthaft. Deshalb ist es wichtig, deine Fellnasse nach jedem Spaziergang in der Natur auf die kleinen Plagegeister zu untersuchen und diese zeitnah zu entfernen.

Wie entferne ich Zecken sachgerecht?

Beim Entfernen bereits festgesaugter Zecken kommt es auf das «Wie» an. Rund achtzig Prozent aller Infektionen im Zusammenhang mit diesen Quälgeistern resultieren aus einer ungünstigen Technik. Bei unsachgemässem Vorgehen kann es passieren, dass du den Magen-Darm-Inhalt der Zecke in die Bisswunde drückst und damit auch die im Darm befindlichen Borrelien.

Ein gutes Werkzeug zum Zeckenentfernen ist eine Zeckenkarte. Diese führst du mit dem Schlitz möglichst nah auf der Haut des Hundes unter die Zecke und schiebst vorsichtig weiter, bis sich der Blutsauger löst. Hast du keine Zeckenkarte zur Hand, kannst du auch eine Pinzette verwenden. Die Technik ist dieselbe. Ist kein Hilfsmittel greifbar, tun es auch deine Finger. Packe die Zecke möglichst nah am Kopf zwischen Daumen und Zeigefinger und zieh sie behutsam heraus.

Keinesfalls solltest du die Zecke mit Alkohol, Klebstoff oder Öl beträufeln. Sie würde in ihrem Todeskampf «erbrechen», wodurch die Krankheitserreger noch schneller ins Blut deines Hundes gelangen. Stellst du nach erfolgreicher Zeckenentfernung Anzeichen von Fieber oder Lähmungserscheinungen bei deinem Vierbeiner fest oder frisst dieser nicht richtig, solltest du dich unverzüglich an den Tierarzt deines Vertrauens wenden.

Wie kann ich Zecken beim Hund vorbeugen?

Hierfür stehen dir verschiedene Zeckenschutzmittel wie Halsbänder, Spot-on-Produkte und Sprays zur Verfügung. Mittlerweile gibt es neben «chemischen Keulen» auch viele biologische Erzeugnisse, beispielsweise mit dem aus der Duftgeranie gewonnenen Geraniol. Als Alternative kannst du bei deinem Tierarzt ein Antiparasitikum in Tablettenform erwerben. In aller Regel brauchst du dir keinen Kopf zu machen, wie du das Medikament in den Hund rein bekommst. Der futtert das wie ein Leckerli.

Ergänzen kannst du den Zeckenschutz durch eine Immunisierung gegen Borrelien. Diese kann bereits ab einem Alter von zwölf Wochen erfolgen. Eine weitere Impfung nach drei bis fünf Wochen bildet den Abschluss der Grundimmunisierung. Anschliessend folgen zwei Auffrischimpfungen nach jeweils vier bis sechs Monaten. Danach erhalten jährliche Wiederholungsimpfungen den Impfschutz.

4. Februar 2021 10:00