Warum Petsearch keine Qual- und Extremzuchten fördern möchte
Ein süsses Gesicht, besonders kleine Ohren, eine aussergewöhnliche Fellform oder eine extrem kurze Nase – manche Merkmale machen bestimmte Hunde- und Katzenrassen unverwechselbar und besonders beliebt.
Doch was für uns Menschen niedlich oder aussergewöhnlich aussieht, kann für ein Tier mit gesundheitlichen Problemen verbunden sein. Atemnot, Schmerzen, Probleme mit Knochen und Gelenken, Hauterkrankungen oder Einschränkungen im natürlichen Verhalten können die Folge einer Zucht sein, bei der das Aussehen stärker im Vordergrund steht als die Gesundheit.
Für uns bei Petsearch ist deshalb klar: Das Wohl des Tieres muss immer wichtiger sein als ein bestimmtes Schönheitsideal.
Was versteht man unter Qualzucht?
Von problematischen oder sogenannten Qualzuchten spricht man, wenn bestimmte Merkmale gezielt weitergezüchtet werden, obwohl sie für die Tiere mit Schmerzen, Leiden, Schäden oder erheblichen Einschränkungen verbunden sein können.
Auch die Schweizer Tierschutzgesetzgebung setzt hier Grenzen. Wer Tiere züchtet, darf ihnen durch das angestrebte Zuchtziel keine Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen und ihr Erscheinungsbild oder ihre Fähigkeiten nicht tiefgreifend verändern.
Dabei geht es nicht darum, eine bestimmte Rasse grundsätzlich als „gut“ oder „schlecht“ zu bezeichnen. Entscheidend sind die Zuchtmerkmale und deren Auswirkungen auf das Tier.
Wenn «süss» zum gesundheitlichen Problem wird
Ein bekanntes Beispiel sind sehr kurzköpfige Hunde. Bei Möpsen, Französischen Bulldoggen und anderen brachycephalen Hunden wurde die Schnauze teilweise über Generationen immer kürzer gezüchtet.
Die Folgen können unter anderem Atemprobleme sein. Geräusche wie Röcheln oder starkes Schnarchen werden manchmal als typisch für die Rasse angesehen – dabei können sie Ausdruck gesundheitlicher Einschränkungen sein. Der Schweizer Tierschutz weist ausdrücklich auf die Problematik extrem kurzer Schnauzen bei Möpsen und Französischen Bulldoggen hin.
Auch extreme Hautfalten, Körperproportionen oder andere gezielt verstärkte Merkmale können Probleme verursachen. In den Erläuterungen des Bundes werden beispielsweise starke Hautfalten beim Shar Pei sowie extreme Kurzköpfigkeit als Beispiele belastender Extremzuchten genannt.
Auch bei Katzen gibt es problematische Zuchtmerkmale
Ein besonders bekanntes Beispiel ist die Scottish Fold. Ihre charakteristischen gefalteten Ohren entstehen durch eine genetische Veränderung des Knorpels. Diese betrifft nicht einfach nur die Ohren, sondern kann auch mit schmerzhaften Veränderungen an Knochen und Gelenken verbunden sein.
Auch bei Nacktkatzen können Zuchtmerkmale problematisch sein – insbesondere wenn Tasthaare fehlen oder stark beeinträchtigt sind. Das BLV führt Nacktkatzen mit verkümmerten oder fehlenden Tasthaaren ausdrücklich bei den problematischen Merkmalen auf.
Weitere Beispiele sind extrem kurzköpfig gezüchtete Perser- und Exotic-Shorthair-Katzen sowie bestimmte Zuchtformen mit verkürzten oder fehlenden Gliedmassen beziehungsweise Schwänzen.
Und was ist mit Savannah-Katzen?
Bei Savannah-Katzen kommt noch ein anderer Aspekt hinzu. Sie gehen auf Kreuzungen von Hauskatzen mit Servalen zurück.
Das Schweizer Tierschutzrecht verbietet die gezielte Verpaarung von Hauskatzen mit Wildkatzen. Bei Savannah-Katzen der ersten und zweiten Generation gelten zudem besondere Anforderungen an die Haltung, da sie sich noch stark wie Wildtiere verhalten; für diese Generationen gelten Wildtierhaltungsvorschriften und eine Bewilligungspflicht.
Petsearch möchte deshalb auch die gezielte Zucht und Vermarktung solcher Wildtierhybriden nicht fördern.
Was bedeutet das für Inserate auf Petsearch?
Wir möchten als Tierplattform Verantwortung übernehmen. Deshalb lassen wir auf Petsearch keine Zucht- und Verkaufsinserate zu, bei denen Qual- oder Extremzuchten gezielt angeboten und damit weiter gefördert werden.
Dazu können beispielsweise Scottish Fold, Nacktkatzen mit problematischen Zuchtmerkmalen, bestimmte Wildtierhybriden sowie Hunde mit extremen brachycephalen oder anderen gesundheitlich belastenden Zuchtmerkmalen gehören.
Dabei betrachten wir Inserate im Zweifelsfall individuell, denn nicht jedes Tier einer bestimmten Rasse ist gleich stark von gesundheitlichen Problemen betroffen.
Aber: Jedes bereits geborene Tier verdient ein Zuhause
Dieser Punkt ist uns besonders wichtig.
Ein Tier kann nichts dafür, wie es gezüchtet wurde.
Wenn eine Französische Bulldogge, ein Mops oder eine Scottish-Fold-Katze ihr Zuhause verliert, aus dem Tierschutz stammt oder aus persönlichen Gründen abgegeben werden muss, braucht dieses Tier unsere Hilfe – und keine Ausgrenzung.
Deshalb dürfen einzelne Tiere dieser Rassen, die ein neues Zuhause benötigen, selbstverständlich auch weiterhin über Petsearch vermittelt werden.
Unsere Haltung richtet sich nicht gegen diese Tiere und auch nicht gegen Menschen, die bereits mit ihnen leben. Wir möchten lediglich verhindern, dass Petsearch dazu beiträgt, die gezielte Zucht und den Verkauf von Tieren mit gesundheitlich belastenden Merkmalen weiter zu fördern.
Tierliebe bedeutet für uns auch Verantwortung
Bei Petsearch zählt nicht, wie aussergewöhnlich ein Tier aussieht, sondern dass es gesund und glücklich leben kann. Denn echte Tierliebe braucht keine Trends – sondern Verantwortung, Respekt und ganz viel Herz.

