Katze impfen lassen – was muss ich wissen?

Impfungen stärken die körpereigene Abwehr deiner Katze gegenüber gefährlichen Erregern. Infektionskrankheiten können zwar trotzdem auftreten, nehmen aber einen deutlich milderen Verlauf als bei ungeimpften Samtpfoten. Die Zeiten, in denen Katzen jährlich gegen alles Mögliche geimpft wurden, gehören der Vergangenheit an. Tierärzte gehen immer mehr dazu über, den Impfplan individuell an das einzelne Tier anzupassen.

 

Welche Impfungen sind grundsätzlich zu empfehlen?

Gegen folgende zwei Krankheiten solltest du deine Katze in jedem Fall impfen lassen:

  • Katzenseuche,
  • Katzenschnupfen. 

Auslöser der Katzenseuche ist das Parvovirus FPV. Hierbei handelt es sich um eine hochansteckende, sehr schwere Erkrankung, die vor allem für junge Katzen häufig tödlich endet. Die Ansteckung kann sowohl über direkten Kontakt zu Artgenossen als auch über eine infizierte Umgebung erfolgen. Das grosse Problem ist, dass die Parvoviren monate- bis jahrelang in der Umwelt überleben können. Die meisten Desinfektionsmittel sowie Hitze- und Kältebehandlungen sind dagegen wirkungslos.

Katzenschnupfen bezeichnet verschiedene Atemwegs- und Schleimhauterkrankungen bei Katzen. Auslöser sind unterschiedliche Viren und Bakterien wie Herpesviren (FHV1), Caliciviren (FCV), Chlamydien und Mykoplasmen. Die Verläufe reichen von mild bis tödlich. Die Ansteckung erfolgt meist über Artgenossen durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion. Reine Wohnungskatzen besitzen ein deutlich geringeres Erkrankungsrisiko als Freigänger. Eine Impfung empfiehlt sich aber dennoch, da auch der Mensch Zwischenträger sein kann.

Die Erstimpfung gegen beide Erkrankungen erfolgt im Alter von acht bis neun Wochen. Eine weitere Impfung im Alter von zwölf Wochen schliesst die Grundimmunisierung ab. Aufgefrischt wird nach einem Jahr. Danach genügt es, alle drei Jahre nachzuimpfen.

Wann benötigt die Katze eine Tollwutimpfung?

Seit 1999 gilt die Schweiz als tollwutfrei. Daher besteht keine Impfpflicht innerhalb des Landes. Möchtest du mit deiner Katze ins Ausland reisen, musst du jedoch den Nachweis für eine gültige Tollwut-Schutzimpfung erbringen. Die Erstimpfung kann ab einem Alter von zwölf Wochen erfolgen. Vier Wochen danach gibt es die Zweitimpfung. Die Auffrischung folgt ein Jahr darauf. Anschliessend wird je nach Impfpräparat im Ein- oder Dreijahresrhythmus nachgeimpft.

Lässt du deine Katze erst später gegen Tollwut impfen, muss die Immunisierung spätestens 21 Tage vor dem Überqueren der Grenze vollständig abgeschlossen sein. In aller Regel wird das Ablaufdatum der Impfung vom Tierarzt in den Heimtierausweis eingetragen. Ist das nicht der Fall, verliert sie ihre Gültigkeit nach einem Jahr. Möchtest du ein vierbeiniges Urlaubssouvenir aus dem Ausland in die Schweiz mitbringen, gelten für den Grenzübertritt dieselben Vorschriften.

Welche Impfungen sind für Freigängerkatzen zu empfehlen?

Handelt es sich bei deinen Samtpfoten um reine Wohnungskatzen, kannst du auf weitere Immunisierungen verzichten. Für Freigängerkatzen, die viel Kontakt zu Artgenossen mit unbekanntem Impfstatus haben, können sich zusätzlich Impfungen gegen folgende Erkrankungen empfehlen:

  • Katzenleukämie (FeLV),
  • Feline Bordetellose,
  • ansteckende Bauchfellentzündung (FIP),
  • Feline Chlamydiose.

 

Da die FeLV-Impfung nutzlos ist, wenn die Fellnase bereits eine solche Infektion durchgemacht hat, ist ein vorheriger Leukosetest sinnvoll. Hat deine Katze das siebente Lebensjahr überschritten, bildet sie eine Altersresistenz aus. Weitere Katzenleukämie-Impfungen sind dann unnötig.

Eine Immunisierung gegen Feline Bordetellose empfiehlt sich vor allem für Risikogruppen wie:

  • Katzen, die mit anderen zusammen in einem Haushalt leben,
  • Zucht- und Ausstellungskatzen,
  • Tierheimkatzen,
  • junge Kätzchen und
  • Katzen, die zeitweilig in einer Katzenpension untergebracht werden.

Die Impfung erfolgt durch Eintropfen des Impfstoffs in die Nase des Tieres und ist somit schmerzfrei.

Wie zuverlässig ist der Impfschutz für Katzen?

Impfungen für Katzen garantieren keinen 100-prozentigen Schutz vor Infektionskrankheiten. Insbesondere anfällige Samtpfoten können sich auch nach der Immunisierung noch infizieren. Du kannst aber davon ausgehen, dass der Kontakt mit einem Krankheitserreger deutlich glimpflicher ausgeht als ohne Impfschutz. Lass dich am besten von deinem Tierarzt beraten, welche Schutzimpfungen für deinen Liebling sinnvoll sind.

14. Oktober 2021 11:23