Katze zugelaufen oder gefunden – so solltest du handeln

Du hast eine Katze gefunden und willst ihr ein neues Zuhause bieten. Dann solltest du dir darüber im Klaren sein, dass es in der Schweiz eine gesetzliche Meldepflicht für Findeltiere gibt. Kommst du dieser nicht nach, machst du dich strafbar und musst mit einem Bussgeld rechnen. Zudem solltest du dir bewusst sein, dass vielleicht jemand anderes gerade die Katze vermisst und verzweifelt nach ihr sucht.

 

Worin unterscheiden sich Freigängerkatzen und heimatlose Streuner?

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Samtpfote schon eine liebende Familie hat, ist recht hoch. Selbst wenn sie häufig bei dir im Garten auftaucht, kann es sein, dass sie gern grössere Ausflüge macht und ihre Route ganz zufällig bei dir vorbeiführt. Auch wenn das Büsi dich um Futter anbettelt, muss es nicht automatisch hilflos oder vernachlässigt sein. Gegen einen Snack zwischendurch hat wohl kaum eine Katze etwas einzuwenden. Solange die Fellnase gesund und wohlgenährt aussieht, kannst du sie beruhigt ihrer Wege ziehen lassen.

Streuner sind häufig sehr dünn und/oder von Parasiten befallen. Jedoch kann es sich auch bei einer dünnen Katze einfach nur um ein altes Tier handeln, das einen Besitzer hat. Sofort reagieren solltest du, wenn das Büsi humpelt, blutende Wunden, kahle Stellen oder Schmerzen hat. Fange den Stubentiger vorsichtig ein und bringe ihn zu einem Tierarzt. Dieser kümmert sich nicht nur um die Gesundheit des Tieres, sondern kann auch feststellen, ob es gechippt ist.

Versuche, den Besitzer zu finden

Lässt sich die Katze weder über einen Mikrochip noch über eine Tätowierung einem Besitzer zuordnen, musst du die Polizei, die kantonale Meldestelle für Findeltiere oder die Schweizerische Tiermeldezentrale (STMZ) über deinen Fund informieren. Zusätzlich kannst du in der Nachbarschaft, beispielsweise an Strassenlaternen oder im Supermarkt, Infozettel mit dem Foto der Katze und einer Kontaktmöglichkeit aufhängen.

Während der Suche nach Herrchen oder Frauchen darfst du das Tier bei dir aufnehmen. Meldet sich der Eigentümer nicht innerhalb von zwei Monaten nach der Fundmeldung, kannst du die Samtpfote behalten.

Alternativ hast du die Möglichkeit, die Katze in ein Tierheim zu bringen. Sofern noch nicht erfolgt, meldet dieses das Tier auch bei den zuständigen Stellen.

Wer übernimmt die Kosten für die vorübergehende Beherbergung?

Wird der Besitzer der Katze rechtzeitig ermittelt, muss er dir die Aufwendungen für die artgerechte Unterbringung, die Fütterung und die Pflege des Tieres ersetzen. Gleiches gilt für die Tierarztkosten. Darüber hinaus steht dir ein Finderlohn zu, der üblicherweise zehn Prozent des materiellen Wertes der Fellnase beträgt. Auch wenn die meisten Katzen keinen materiellen Wert besitzen, sollten Herrchen oder Frauchen dir eine angemessene Belohnung zukommen lassen.

Findet sich kein Eigentümer, musst du die Unterhalts- und Versorgungskosten selbst tragen. Bist du dazu nicht in der Lage, empfiehlt es sich, eine Tierschutzorganisation um finanzielle Unterstützung zu bitten. Das gilt vor allem, wenn dir in Zusammenhang mit einer Findelkatze hohe Tierarztkosten entstanden sind.

Sonderfall: Wilde Jungkatzen im Garten

Hat eine wilde Hauskatze ihren Nachwuchs auf deinem Grundstück bekommen, solltest du möglichst schnell handeln und die Tiere einfangen. So verhinderst du, dass sich die Streuner munter weiter vermehren oder jung sterben. Wichtig ist, die Katzenfamilie vorab genau zu beobachten, um die exakte Anzahl der Katzenkinder festzustellen und keines versehentlich zurückzulassen.

Ist die Katzenmama nicht zutraulich genug, wende dich am besten an den Tierschutz. Dieser hilft dir beim Einfangen und sorgt ausserdem dafür, dass die Mutter kastriert und die kleinen Kätzchen in gute Hände vermittelt werden. Ob die ausgewachsene Samtpfote ebenfalls vermittelbar ist oder an der Fundstelle wieder freigelassen wird, hängt vom Einzelfall ab.

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3. Mai 2022 17:20