Vogelhaltung – so fühlen sich Vögel bei dir wohl

Vögel zählen zu den beliebtesten Haustieren. Oft nehmen sie eine Stellung als Sozialpartner ein. Dabei wird häufig vergessen, dass die Federtiere in der Natur die meiste Zeit in der Luft und mit Ihresgleichen verbringen. In Gefangenschaft leiden Wellensittich und Co. nicht selten unter Platzmangel, Langeweile und geistiger Unterforderung. Wir verraten dir, wie du das besser machen und für die Tiere ein möglichst artgerechtes Leben gewährleisten kannst.

 

Vögel brauchen unbedingt Gesellschaft

Die meisten privat gehaltenen Vogelarten leben in freier Natur in Schwärmen zusammen. Ohne Artgenossen vereinsamen sie schnell. Egal wie viel du dich mit einem Einzelvogel beschäftigst, die tierische Gesellschaft kannst du ihm nicht ersetzen. Das fängt schon bei der Gefiederpflege an, die nur mit einem Schnabel richtig funktioniert.

Dass einzeln gehaltene Vögel in jedem Fall zahm werden, ist ein Gerücht. Die durch Einzelhaltung aufgezwungene Zutraulichkeit stellt eine Verhaltensstörung dar. Das Tier schliesst sich dem Menschen an, um nicht allein sein zu müssen. Mit dem normalen Sozialkontakt zu Artgenossen hat das nichts zu tun.

Gemeinsam sind die Federbälle unternehmungslustiger und mutiger. Wenn du dich viel mit ihnen beschäftigst, werden sie alle mehr oder weniger zutraulich. Wie weit das letztendlich geht, hängt von der Persönlichkeit der Piepmätze ab.

So sollte der Vogelkäfig aussehen

Der Käfig sollte den Tieren so viel Raum bieten, dass sie ihre Flügel ausbreiten und fliegen können. Sitzstangen, Leitern und Spielzeug sorgen für Abwechslung, nehmen aber Platz weg. Wähle die Käfiggrösse daher so, dass auch mit Sitz- und Spielmöglichkeiten genügend freier Raum verfügbar ist.

Achte ausserdem darauf, dass die Gitterabstände weder zu klein noch zu gross sind. Ist der Abstand zu klein, können sich die Tiere beim Klettern mit den Füssen darin verfangen und sich weh tun. Ist die Entfernung zwischen den einzelnen Stäben zu gross, besteht die Gefahr, dass sie versuchen, sich hindurchzuzwängen. Hieraus können schwere Verletzungen wie Abschnürungen der Gliedmassen oder Knochenbrüche resultieren. Optimal sind Gitterabstände von 0,8 bis 1,3 Zentimetern.

Als Interieur empfehlen sich neben Sitzstangen und Leitern:

  • Vogelwippen,
  • eine Badewanne,
  • eine Vogelschaukel,
  • Futterschälchen und Trinkflasche


Im Idealfall bringst du die Futter- und Wasserbehälter von aussen an, damit sie nicht vom Kot der Vögel beschmutzt werden.

Regelmässige Ausflüge steigern das Wohlbefinden

Auch der grösste Käfig ersetzt nicht den Freiflug im Zimmer. Je länger deine gefiederten Freunde die kleine grosse Freiheit geniessen können, umso besser. Bevor du die Käfigtür öffnest, musst du alle Gefahrenquellen im Raum beseitigen. Giftige Pflanzen gehören ebenso wenig ins Freiflugzimmer wie brennende Kerzen. Damit keiner der Piepmätze ausbüxt, sollten die Fenster verschlossen sein. Da Vögel Glasscheiben nicht sehen, sind Gardinen vor den Fenstern empfehlenswert, um unsanfte Zusammenstösse zu vermeiden.

Sofern vorhanden, kannst du deinen Balkon oder deine Veranda zur Freiflugvoliere umfunktionieren oder eine Aussenvoliere in deinem Garten bauen. Hast du ein freies Zimmer, kannst du dieses als Vogelzimmer nutzen und die Tiere dauerhaft frei fliegen lassen.

Artgerechte Ernährung für ein langes, gesundes Vogelleben

Zu einer artgerechten Vogelhaltung gehört auch artgerechtes Futter. Bei den meisten in Käfigen gehaltenen Ziervögeln handelt es sich um Granivoren, also Körnerfresser. Daher sollte das Vogelfutter in erster Linie aus Samen wie Hirse, Leinsaaten, Sonnenblumenkernen und Getreide bestehen. Besondere Leckerbissen sind frisches Obst sowie frische Kräuter und Gräser.

Keinesfalls auf den Speiseplan gehören Avocados, Obstkerne, rohe Tomaten, menschliche Knabbereien und salzigen Nahrungsmittel. Verzichten solltest du auch auf das Verfüttern von Petersilie, die für Vögel und andere Kleintiere unberechenbar in ihrer Wirkung ist.

Mehr Informationen findest du in unserem Blogbeitrag zum Thema «Vögel kaufen in der Schweiz – das musst du wissen».

 

10. November 2021 14:10