Kaninchenfutter – Dos und Don‘ts!

In freier Wildbahn ernähren sich Kaninchen hauptsächlich von Gräsern, Kräutern und Blättern. Diese enthalten alle Nährstoffe, die die Fellnasen zum Leben brauchen. Damit die Tiere gesund bleiben, gilt es, einige Fütterungsregeln zu beachten. Was der Magen der Mümmler hiermit zu tun hat und wie sich Kaninchenfutter zusammensetzen sollte, haben wir hier für dich zusammengetragen.

 

Was ist das Besondere am Kaninchenmagen?

Kaninchen haben einen sogenannten Stopfmagen. Dieser hat ein verhältnismässig grosses Fassungsvermögen, ist jedoch wenig muskulös und sehr dünnwandig. Der Mageninhalt gelangt nicht durch Muskelkontraktionen in den Darm, sondern wird von nachfolgenden Mahlzeiten vorwärts gedrückt. Daher sind die Fellnasen auf eine stetige Futterzufuhr angewiesen. Zudem sollte Kaninchenfutter sehr faserreich sein, da der Darm der Tiere ebenfalls nur geringe Eigenbewegung aufweist und mit 3,5 Metern vergleichsweise lang ist.

Der Kaninchenmagen kann sich nur in Richtung Darm entleeren. Daher können die Nager nicht erbrechen. Bei Narkosen müssen sie somit nicht nüchtern sein, weil sie nicht an Erbrochenem ersticken können.

Heu oder Stroh als Grundnahrungsmittel

Die wichtigsten Futterbestandteile für Hauskaninchen sind Heu, Kräuter und Gräser. Heu oder Stroh sollten als Grundnahrungsmittel immer verfügbar sein, da der hohe Rohfasergehalt unentbehrlich für eine gesunde Verdauung ist. Für den Zahnabrieb der ständig wachsenden Kaninchenzähne ist die faserreiche Kost gleichfalls unverzichtbar. Neben Raufutter kannst du den Tieren auch kleine Äste zum Benagen anbieten. Besonders gut eignen sich Zweige von Haselnusssträuchern, Kernobstbäumen, Linde, Hainbuche und Ahorn.

Frischfutter für Kaninchen – das solltest du beachten

Für eine ausgewogene Kaninchenernährung ist Frischfutter sehr wichtig. Dieses reichst du am besten in kleineren Mengen, dafür aber mehrmals täglich. Teste vorsichtig, welche Arten von Frischfutter deine Fellnasen mögen und gut vertragen. Da schnelle Futterumstellungen zu Magen-Darm-Problemen führen können, solltest du die Tiere langsam an neue Futtersorten gewöhnen. Das gilt vor allem für frisches Gras, Blattsalate und Klee. Verfüttere am besten nur saisonales Obst oder Gemüse oder solches aus biologischem Anbau, da dieses weniger schadstoffbelastet ist.

Was dürfen Kaninchen nicht fressen?

Bei vielen Kaninchenbesitzern herrscht nach wie vor der Irrglaube, dass hartes Brot sich besonders gut als Kaninchenfutter eignet, da sich beim Knabbern die Zähne abnutzen. Die Tiere sind jedoch nicht in der Lage, Brot zu verdauen. Zudem enthält die Backware Salz und gehört schon allein deshalb nicht auf den Speiseplan der Nager.

Des Weiteren solltest du folgende Futtermittel vermeiden:

  • Zwiebelgewächse wie Porree, Knoblauch, Zwiebeln oder Schnittlauch. Diese führen zu starken Blähungen und sind teilweise sogar giftig für Kaninchen.
  • Kartoffeln: Viele Bestandteile der Erdäpfel sind schwer verdaulich oder giftig.
  • Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Linsen. Diese können zu Blähungen und Durchfall führen.

Dass sich Kohl grundsätzlich nicht als Kaninchenfutter eignet, stimmt nicht. Für Mümmelmänner, die daran gewöhnt sind, bieten die verschiedenen Kohlsorten im Winter eine gesunde und abwechslungsreiche Alternative zu frischen Kräutern und Gräsern. Probleme beim Verfüttern von Kohl entstehen zumeist nicht durch das Gemüse selbst, sondern weisen auf eine nicht artgerechte Kaninchenhaltung hin.
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Häufig gestellte Fragen zum Thema Kaninchenfutter

Was sollte im Kaninchenfutter enthalten sein?

Die Hälfte der täglichen Ration sollte aus Blättern, Salaten und Gräsern bestehen, ein Viertel aus Gemüse wie Möhren und Sellerie und ein weiteres Viertel aus Obst wie Äpfeln und Birnen. Als Raufutter eignen sich Heu und getrocknete Kräuter.

Was muss ich beim Kaninchenfutter beachten?

Verzichte auf alles, was in freier Wildbahn nicht auf dem Speiseplan der Fellnasen stehen würde. Trockenfutter mit Getreideanteilen oder Zucker solltest du grundsätzlich nicht verwenden.

Wie viel und wie oft sollte man Kaninchen am Tag füttern?

Je Kilogramm Körpergewicht solltest du den Nagern pro Tag circa 100 Gramm Futter geben. Ein drei Kilogramm schweres Tier benötigt täglich rund 300 Gramm Nahrung.

Kennst du bereits die bessere Alternative zum Kaninchenstall? Falls nicht, findest du es in diesem Beitrag heraus: Kaninchengehege – die bessere Alternative zum Kaninchenstall